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Lernatmosphäre gefördert wird. Dem Argument, dass alle Fächer ab Klasse 3 benotet werden, halten sie entgegen, dass in den beiden ersten Schuljahren ebenfalls kaum Noten erteilt würden. Außerdem verweisen sie auf die wissenschaftliche Langzeitstudie von Doyé / Lüttge, in der eine hohe Leistungsüberlegenheit von "Frühbeginnern" im Fach Englisch ohne Noten in Klasse 3 und 4 gegenüber den "Normalbeginnern" ab Klasse 5 nachgewiesen wurde, und zwar noch bis zum Ende des 7. Schuljahrs. Daher werfen sie den Vertretern von Zeugnisnoten vor, ihre Entscheidung ohne wissenschaftlich nachgewiesene Fakten getroffen zu haben. Benotungen seien schädlich für die Motivation und Leistungsbereitschaft, denn die Kinder würden sich seltener beteiligen und folglich weniger intensiv üben, doch sei gerade dies die Voraussetzung für erfolgreiches Lernen im vorwiegend mündlichen Englischunterricht. Aufgabe der Grundschule sei es, am Ende von Klasse 4 hilfreiche Empfehlungen für die weiterführenden Schulen zu geben. Die differenzierte 'verbale Kommentierung' sei demzufolge nicht nur aufschlussreicher als eine pauschale Ziffernbenotung, sondern auch der lernpsychologisch und pädagogisch angemessenere Weg, diese Aufgabe zu erfüllen.

Dieser bildungspolitische Dissens hat "Kinder lernen europäische Sprachen e.V." veranlasst, eine Untersuchung auf breiter Basis durchzuführen. Geplant war der Einbezug von jeweils zwei Ländern, die Englisch ab Klasse 3 benoten (Hamburg und Hessen) und zwei weiteren, die die

Gompf / Helfrich: Englisch ab 3. Grundschuljahr (EU/G) ohne Noten? - S. 2

'verbale Kommentierung' der Fremdsprachenleistungen in den Zeugnissen des 3. und 4. Grundschuljahres praktizieren (Rheinland-Pfalz und Thüringen). Leider nahmen Hamburg und Hessen dann doch nicht an der Untersuchung teil. Hamburg, weil es die Notengebung aufgrund des heftigen Widerspruchs von Eltern und Englischlehrkräften wieder abschaffte. Hessen, weil es seine Zusage in letzter Minute wieder zurücknahm, nun mit der Begründung, die Notenregelung sei "ausschließlich Sache der Länder" und des Weiteren die o. g. Gründe für eine Benotung vertrat.

Demzufolge umfasst die vorliegende Untersuchung ausschließlich die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Thüringen. Von sämtlichen Grundschulen der beiden Länder wurden jeweils 50 vierte Klassen in Form von sog. ´Zufalls -

© "Kinder lernen europäische Sprachen" - Prof. Dr. Gundi Gompf (Hrsgn.)
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